Grußwort
8. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie e. V.

Altern im Fokus der Wissenschaften

Das Altern fordert heraus ebenso die alternde Gesellschaft:
individuell, kollektiv und gesellschaftlich

Welche Beiträge leisten die Wissenschaften, damit wir den gesellschaftlichen und demographischen Wandel bestehen, unsere sozialen Sicherungssysteme anpassen und neu ausrichten, die Wissensbestände zu den Faktoren des Alterns erweitern? Gerontologie und Geriatrie sind keine Nischen. Gerontologische Fragestellungen gehören in die Mitte der Gesellschaft und der Wissenschaften. Damit impliziert die Gerontologie immer die Herausforderung der Interdisziplinarität. Aktuelle gerontologische Forschungsergebnisse sollen in Freiburg ebenso vorgestellt werden wie Forschungen in Disziplinen, die sich nicht primär in einem expliziten gerontologischen Zusammenhang sehen, aber relevante Fragestellungen des Alterns und der alternden Gesellschaft bearbeiten: Von der Biologie bis zur Volkswirtschaft, von der Psychologie bis zur Rechtswissenschaft, von der Medizin bis zur Theologie.
Im Fokus der Wissenschaften stehen dabei nicht nur Phänomene des Alters und des Alterns, sondern in besonderer Weise auch die Herausforderung, die eine Gesellschaft, die sich in ihrer demographischen Zusammensetzung und in ihrer Sozialstruktur grundlegend verändert, zu bestehen hat. Gelingt es die gewachsenen Wissensbestände in Medizin und Pflege, in Präventions- und Versorgungsforschung, in Sozial- und Gesundheitswissenschaften in die Gesellschaft und in die professionelle Praxis umzusetzen? Diese Fragestellungen beschäftigen in besonderer Weise die angewandte Gerontologie und Geriatrie.
Um die in der Gerontologie relevanten Forschungen und Diskurse vorzustellen, sind die Freiburger Universität und anderen Hochschulen eingeladen, auch wenn sie sich nicht explizit in einem gerontologischen Zusammenhang verorten. Alter und Altern ist nicht nur ein Querschnittsthema in der Politik, sondern wird immer mehr auch ein Querschnittsthema in den Wissenschaften. Das wird in Freiburg spürbar werden.

Prof. Dr. Thomas Klie
Präsident

 

 

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